Liebe Mitglieder,
liebe Interessentinnen und Interessentinnen,

am Donnerstag, den 21. März fand in der Schulbibliothek der Diskussionsabend mit NS-Zeitzeugin Dr. Lucia Heilman statt.

Anlässlich des Erscheines des Buchs Am Seil – Eine Heldengeschichte von Erich Hackl im Vorjahr führte Mag. Angelika Umfahrer-Schatzmann mit ihren Schülerinnen und Schülern im Herbst ein Projekt mit Dr. Heilman durch und übernahm nun auch die Moderation unseres Diskussionsabends.

In Hackls Werk wird Dr. Lucia Heilmans Leben genau geschildert und ein besonderer Augenmerk auf die Kriegszeit gelegt.  Während dieser wurde sie mit ihrer Mutter von Reinhold Duschka, einem Freund ihres Vaters, in seiner
Kunstschmiedewerkstatt in Wien versteckt.

Den ca. 40 erschienenen Gästen erzählte Dr. Heilman von den schrecklichen Erfahrungen, die sie als jüdisches Kind in Wien machen musste. Ihr einschneidendstes Erlebnis war der Moment, als sie in der vierten Klasse ihre Sachen zusammenpacken und die Volksschule verlassen musste. Anschließend blieb ihr der Schulbesuch vier Jahre lang verwehrt, an gemeinsames Spielen mit den anderen Kindern war nicht zu denken – in ihrem Versteck musste sie leise sein und lebte in ständiger Angst.

Umso beeindruckender sind die Vitalität und der Optimismus, die Dr. Heilmann mit ihren 89 Lebensjahren ausstrahlt. Auch ihre Mutter hatte während all der furchtbaren Jahre stets die Zuversicht, dass diese Zeit vorübergehen werde, nicht verloren.

Nicht weniger faszinierend war auch ihr Bericht von der Zeit nach dem Krieg, als sie endlich wieder in eine Schule gehen durfte. Mit großem Fleiß holte sie die versäumten Schuljahre auf, sodass sie sofort mit der fünften Klasse des Gymnasiums fortsetzen und als 18-Jährige zusammen mit ihren Altersgenossinnen erfolgreich die Matura ablegen konnte. Anschließend absolvierte sie in Wien ihr Medizinstudium.

Zwei grundlegende Gedanken hat Frau Dr. Heilmann allen Zuhörern an diesem Abend weitergegeben: „Es ist mir unbegreiflich, wie Menschen anderen Menschen so etwas Schlimmes antun können.“ und die Antwort ihres Retters Reinhold Duschka auf die Frage, wie er trotz der ständigen Lebensgefahr den Mut aufbringen konnte, sie und ihre Mutter zu verstecken: „Was hätte ich anderes tun können, als so zu handeln?“ Es war ein Gebot der Freundschaft
und der Menschlichkeit!

Wir danken für euer großes Interesse sowie Dr. Heilman und Mag. Umfahrer-Schatzmann für ihren Einsatz!

Danke an Mag. Dr. Christian Wolny für die Fotos!